Im Gespräch: Mein künstlerischer Weg
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Ein Einblick in meine Motivation, mein Schaffen und meine Vision als Künstler.
Du arbeitest intensiv mit mythischen Bildwelten, Ruinen, Götterfiguren und Schwellenmomenten. Was hat dich zu diesem Themenfeld geführt, und warum ist es für dich heute noch relevant?
Mein Lebensweg spielt da eine große Rolle. Von klein auf haben mich Fantasy-Bücher begeistert. Ich habe sie verschlungen...und irgendwann merkt man: Hinter all diesen Geschichten liegen wiederkehrende Muster. Archetypen, Motive, symbolische Strukturen, die sich immer neu erzählen, aber im Kern vom Gleichen sprechen.
Ich habe auch schon zu anderen Themen gemalt, aber ich komme immer wieder zuverlässig zu Mythen und Mystik zurück. Weil sie damals wie heute relevant sind. Man sieht es in der Kunstszene, im Film, in der Literatur – die Menschen werden nicht müde von archetypischen Geschichten über das Menschsein. Und genau darum geht es in der Mythologie für mich: nicht um Götter als Figuren, sondern um uns selbst.
Für wen entsteht deine Kunst – wen möchtest du mit deinen Arbeiten erreichen oder ansprechen?
Ich sage oft knapp: für Menschen, die in Mythen erkennen, wie viel Wahrheit sie über das Menschsein tragen. Und das stimmt auch, aber da gehört natürlich mehr dazu.
Ich habe gemerkt, dass diese Menschen oft ähnliche Schnittstellen haben. Manche lieben den Geruch eines frisch gedruckten Fantasy-Bandes, andere investieren Wochen in ein Kostüm für einen Mittelaltermarkt oder eine ComicCon, wieder andere betreten mit leuchtenden Augen einen Antiquitätenladen.
Im Kern geht es um Menschen, die sich wahrhaftig begeistern können – und die sich von Mythen und Mystik fast magnetisch angezogen fühlen.
Welche mythischen Geschichten, Bilder oder archetypischen Momente haben dein Denken und dein künstlerisches Schaffen besonders geprägt?Eine frühe Grundlage war für mich klassische Mythologie, besonders die großen Erzählungen rund um Entscheidung, Verantwortung und Heimkehr. Mich prägen weniger einzelne Figuren als archetypische Situationen: der Moment vor der Entscheidung, der Aufbruch, der Übergang, das Wieder-Ankommen als veränderter Mensch.
Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Entscheidungen und unsere innere Haltung unser Leben formen. Genau das finde ich in Mythen immer wieder gespiegelt. Sie erzählen davon, dass Entwicklung nicht zufällig passiert, sondern aus bewussten Schritten entsteht – oft leise, oft unbequem, aber richtungsweisend.
Welche Licht- und Schattenseiten begegnen dir in deiner Arbeit als Künstlerin?
Eine positive Seite meiner Arbeit ist, wenn meine Werke nicht nur begeistern, sondern echten Austausch ermöglichen. Wenn ein Bild zum Anlass wird, dass Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten miteinander ins Gespräch kommen – etwa ein Unternehmer und ein Mittelaltermarkt-Gaukler, die sich eine Stunde austauschen, weil das Werk etwas Gemeinsames berührt.Die Kehrseite ist der hohe Anspruch, den dieses Thema mit sich bringt. Mythische Inhalte verlangen intensive Recherche und Auseinandersetzung, und nicht jedes Werk ist sofort zugänglich. Aber genau diese Tiefe nehme ich bewusst in Kauf.
Wenn jemand einem deiner Werke begegnet: Was wünschst du dir, dass es in ihm oder ihr auslöst?
Wenn die Person sagt: "Das Bild ist, als ob man es für mich gemalt hätte." Das bedeutet, dass das Bild die Fähigkeit hat, genau diese Person auf ihrem Lebensweg mit einem Mehrwert, sei es beflügelnd, tröstend, etc. zu begleiten.